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31 August 

Start: Chioggia   Ziel: Longega Enneberg   240 km

(Änderungen vorbehalten) 

 

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Wieder 5.30 Uhr aufstehen. Es ist sehr kalt, vielleicht 8°. Um 6.45 Uhr geht das erste Team auf Tour. 

Es geht zunächst durch die Poebene nach Venedig. Carlos macht wieder Tempo, immer über 30 km/h, die Räder laufen prima. 

Der Busverkehr auf der SS 309 erfordert höchste Konzentration. Als Fahrbahn haben wir den weißen Begrenzungsstreifen und die daneben liegende 30 cm asphaltierte Fläche.  

Zunächst geht es durch die Außenbezirke von Venedig, dann in die Großstadt Mestre.

Für Carlos sind die roten Ampeln ein Zeichen für erhöhte Aufmerksamkeit und ein Stoppschild für die Autofahrer. 

In der Ferne sehen wir die Berge, die es heute zu erklimmen gilt. Auf 2200 m Höhe liegt der Pass Falzarego. Die ersten 600 Höhemeter sind noch erträglich, dann müssen die Bergspezialisten dran. 1600 Höhenmeter auf 35 km Länge. Für die herrlichen Blicke in die Bergwelt haben die Radler keine Zeit. Völlig ausgepumpt erreichen sie um 17.00 Uhr den Pass. Zwei weitere Radler schließen sich an und es geht auf den höchsten Punkt, den Passo Valparola, danach 40 km Abfahrt und kleiner Anstieg nach St. Vigil in Enneberg. Dort großer Empfang im 1. Hotel am Platze, „Rosa Alpina“. 

Bei einer befreundeten Bauernfamilie können wir unsere Wohnmobile abstellen und erst einmal heiß duschen. Sie haben uns ein herrlichen Abendessen vorbereitet. Aufgrund der Herzlichkeit beim Empfang wird es uns auch ums Herz ganz warm.  

Das war heute die Königsetappe. Morgen noch der Brenner, dann haben wir das Härteste geschafft.  

Spruch:                 Die herrliche Landschaft entschädigt für die Strapazen.

 

"Noch eine Geschichte für Calopezzati – Sundern 

Radtouren bin ich schon immer gerne gefahren. Meine erste große Alpentour führte mich nach Südtirol. Ich war damals, es war das Jahr 1982, im Monat August unterwegs. In Südtirol angekommen, merkte ich, dass das ein großer Fehler war. Fast alle Italiener haben dann Urlaub und Touristen gibt es ja auch. Die abendliche Quartiersuche gestaltete sich – sagen wir mal – als schwierig. Mein Reiserad hat damals gefühlte 20 kg gewogen und dazu kamen noch sparsame 10 kg Gepäck. Auf ein Zelt musste ich also verzichten.  

Irgendwann führte mich meine Südtiroltour dann in ein Seitental des Pustertals in einen kleinen Ort namens Zwischenwasser, italienisch Longega. Der Ort liegt ziemlich genau in der Mitte der diesjährigen Rad-Fernfahrt Calopezzati – Sundern, womit wir die Verbindung hergestellt hätten. Das allabendliche Drama mit der Suche nach einem Zimmer begann also wieder. Nach mehreren Fehlversuchen riet man mir, es doch mal bei der Familie Kehrer zu versuchen und deutete auf ein neu erbautes Haus im typischen Alpenstil. Die Familie würde zwar keine Zimmer vermieten, aber deren Kinder wären viel mit dem Rad unterwegs. Das dort angebotene Zimmer war zwar klein und nur sparsam eingerichtet, aber wir wurden sofort handelseinig. Und ich blieb einige Tage dort.  

Es sollten noch viele weitere Besuche und Urlaube folgen. Ende der 90er Jahre hatte ich meine Eltern zu einem Südtirolurlaub eingeladen und wir haben natürlich auch bei „den Kehrers“ vorbeigeschaut. Als kleine Gastgeschenke hatte ich häufig gut erhaltene Kleidung mitgebracht, die dann innerhalb der Familie aufgeteilt wurden. Es fand sich immer jemand, dem beispielsweise ein Mantel passte und auch gefiel.  

Ganz in der Nähe liegt der Kronplatz – Radfahrern als Etappenort des Giro d´Italia bekannt. Da musste ich natürlich mit dem Mountainbike rauffahren. Mit dem Rennrad wäre das damals unmöglich gewesen, denn es war ein reiner Naturweg mit teilweise sehr grober Schotterung und bis zu 25 % Steigung – ein typischer Wanderweg also. 2006 war ich 14 Tage vor dem Giro am Kronplatz und konnte sehen, wie die Strecke für den Giro fast „autobahnmäßig“ ausgebaut wurde.  

Der Dolomiten-Tagesabschnitt der diesjährigen Rad-Fernfahrt Calopezzati – Sundern wird bei der Familie Kehrer in Zwischenwasser enden. Darauf freue ich mich sehr und hoffe, dass alle wohlauf sein werden." 
 

Gruß Wolfgang Hartmann